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Social Freezing liegt im Trend
Im Rahmen eines Pressegesprächs luden die Tiny Feet Kinderwunschkliniken am 1. Oktober 2025 in den Standort St. Pölten ein: Selbstbestimmte Planung beim Kinderwunsch, Kryokonservierung sowie Social Freezing werden in der Reproduktionsmedizin intensiv diskutiert. Neben den gefragtesten Behandlungsmethoden gab Tiny Feet auch Einblick in eine ganzheitliche Kinderwunsch-Behandlung, die beispielweise durch entsprechende Ernährung positiv beeinflusst werden kann.
Kryokonservierung: Einfrieren von Embryonen, Samen- und Eizellen so fortschrittlich wie nie.
Durch die sogenannte Kryokonservierung können menschliche Zellen über einen sehr langen Zeitraum aufbewahrt werden. Eizellen, Embryonen und Samenzellen werden bei ca. -196°C in Flüssigstickstoff tiefgefroren und zu einem späteren Zeitpunkt verwendet. Kryokonservierung ist heutzutage so ausgereift wie noch nie und dadurch eine sehr fortschrittliche und erfolgreiche Methode. Beispielsweise erfolgt häufig das Einfrieren von Embryonen, wenn im Rahmen einer Kinderwunsch-Behandlung bei einem Embryotransfer überzählige, gut entwickelte Embryonen vorhanden sind, die für einen späteren Zeitpunkt aufgehoben werden sollen. „Diese Embryonen können bei zukünftigen Kinderwunsch-Behandlungen zum Einsatz kommen, falls die Patient:innen weitere Kinder in Planung haben. Kryokonservierte Embryonen dürfen in Österreich bis zu zehn Jahre gelagert werden – und das ist aus medizinischer Sicht völlig unbedenklich“, erklärt Tiny Feet Standortleiter Dr. András Jaksics. Ein Kryo-Versuch ist zudem weniger aufwändig als ein Frischversuch, da keine hormonelle Stimulation der Eierstöcke und keine Eizellentnahme erforderlich ist. Laut IVF-Register lag die Schwangerschaftsrate bei einem Transfer von tiefgekühlten Embryonen bei 37,0 Prozent.
Der Trend zum Social Freezing: Selbstbestimmt den Kinderwunsch planen
Neben dem Einfrieren von Embryonen, können Patient:innen von Tiny Feet auch Samen und Eizellen einfrieren lassen. Besonders das Einfrieren von Eizellen liegt aktuell im Trend und ist ein besonders diskutiertes Thema. Das sogenannte Social (Egg) Freezing, also das Kryokonservierung der Eizellen ohne medizinischen Grund und rein der Bevorratung wegen, ermöglicht es Frauen selbstbestimmt ihre Lebensplanung in die Hand zu nehmen – so wie das bei männlichen Samen bereits seit den 90er Jahren der Fall ist. Das optimale Fruchtbarkeitsalter bei Frauen liegt zwischen 20 und 30 Jahren, danach minimiert sich die Eizellreserve mit steigendem Alter und auch die Qualität der Eizellen nimmt stetig ab. Oftmals sind jedoch Karriereziele oder auch eine fehlende Partnerschaft der Grund, warum Frauen ihren Kinderwunsch zu einem späteren, besser passenden Zeitpunkt realisieren möchten. Mit Social Freezing kann dem Ticken der biologischen Uhr entgegengewirkt werden. Bei dieser Methode werden Eizellen entnommen und eingefroren, um sie später mittels künstlicher Befruchtung in die Gebärmutter einzusetzen. Um die Eizellenproduktion zu stimulieren, müssen die Patientinnen vorab eine hormonelle Behandlung durchführen lassen. Idealerweise werden die Eizellen bereits zwischen dem 20. und 30. Lebensjahr entnommen. In Österreich ist Social Freezing jedoch nicht erlaubt. Nur wenn ein medizinisch begründeter Anlass, der die Fruchtbarkeit beeinträchtigt, vorliegt – zum Beispiel Endometriose oder eine Krebstherapie – darf eine Bevorratung der Eizellen durchgeführt werden (Medical Freezing). Derzeit wird das Verbot von Social Freezing in Österreich vom Verfassungsgerichtshof geprüft, nachdem eine Frau dagegen geklagt hat, da sie darin eine Verletzung des Rechts auf Privat- und Familienleben sieht.
In Europa ist Social Freezing in Ländern wie Deutschland, Schweiz, Tschechische Republik und Spanien erlaubt. Die Expert:innen von Tiny Feet sprechen sich klar für eine Legalisierung von Social Freezing in Österreich aus, um einer Diskriminierung auf internationaler Ebene entgegenzuwirken. „Mit Social Freezing wird Frauen ermöglicht ihren Kinderwunsch selbstbestimmt zu planen – das sollte auch in Österreich möglich sein”, so Dr. András Jaksics.
Ganzheitlicher Ansatz: Dem Kinderwunsch ein Stück näher durch richtige Ernährung
In Österreich bleibt in etwa jedes sechste Paar ungewollt kinderlos. Die Ursachen für einen unerfüllten Kinderwunsch sind vielschichtig und es gibt eine Fülle an verschiedenen Untersuchungs- sowie auch Behandlungsmethoden. Der individuell abgestimmte Weg zum Wunschkind sollte auch ganzheitlich gedacht werden, denn ein gesunder Lebensstil erhöht die Chancen auf eine Schwangerschaft: ausgewogene Ernährung ohne industriell gefertigte Nahrungsmittel, regelmäßige körperliche Aktivitäten sowie – im Falle von Übergewicht – eine Gewichtsreduktion. Darüber hinaus können auch Akupunktur, Fruchtbarkeitsmassagen zur Anregung der Durchblutung sowie Mind-Body-Techniken wie Yoga, Meditation und psychologische Gespräche helfen. „Alle Faktoren, die sich positiv auf Gesundheit und Wohlbefinden auswirken, können den Weg zum Wunschkind ebnen“, so Dr. Birgit Huber.
Fünf Tipps von Ernährungswissenschafterin Isabella Förster Eine bewusste Ernährung sowohl bei der Frau als auch beim Mann spielt bei einem Kinderwunsch eine wichtige Rolle. Sie kann die Fruchtbarkeit verbessern, Nährstoffspeicher auffüllen und die Chancen auf eine Schwangerschaft erhöhen. „Die richtige Ernährung allein garantiert keine Schwangerschaft, aber sie bildet ein starkes Fundament. Wer seinen Körper rechtzeitig mit allen wichtigen Nährstoffen versorgt, stärkt Eizellen sowie Spermien und unterstützt die Hormonproduktion – die Grundlage für die optimale Versorgung von Anfang an“, so Ernährungswissenschafterin und Diätologin
Isabella Förster, MSc BSc.
1. Mediterrane Ernährung als Basis Gemüse, Obst, Vollkorn, Hülsenfrüchte, Nüsse, Olivenöl und Fisch bilden die Basis einer fruchtbarkeitsfördernden Ernährung. Diese Ernährungsform versorgt den Körper mit wichtigen Nähstoffen wie Antioxidantien und beugt Stoffwechselerkrankungen vor, die die Fruchtbarkeit beeinträchtigen können.
2. Folsäure frühzeitig einnehmen Frauen mit Kinderwunsch sollten vermehrt zu folsäurereichen Lebensmitteln greifen. Dazu zählen grünes Gemüse (z.B. Kohlsprossen, Spinat, Brokkoli), Hülsenfrüchte (z.B. Kichererbsen, Linsen, Bohnen), Vollkornprodukte und Nüsse. Die zusätzliche Supplementierung von Folsäure in Form eines Mikronährstoffpräparates erfolgt auf ärztliche Empfehlung.
3. Jod, Vitamin D und Eisen im Blick behalten Eine gute Jodversorgung unterstützt die Schilddrüsenfunktion und damit den Zyklus und Eisprung. Vitamin D reguliert Hormone und stärkt das Immunsystem, Eisen wiederum ist zentral für die Blutbildung und Sauerstoffversorgung. Da Mängel häufig sind, empfiehlt sich eine Überprüfung der Blutwerte.
4. Omega-3-Fettsäuren einbauen Die mehrfach ungesättigten Fettsäuren EPA und DHA verbessern die Membranqualität von Eizellen, fördern die Beweglichkeit der Spermien und unterstützen die Einnistung. Ideal sind ein bis zwei Portionen fettreicher Seefisch pro Woche oder pflanzliche Quellen wie Leinöl, Walnüsse und Algenöl.
5. Zink, Selen und B-Vitamine nicht vergessen Zink unterstützt die Reifung der Eizellen und ist wichtig für die Spermienproduktion. Selen wirkt als Antioxidans und schützt Keimzellen. B-Vitamine wie B6 und B12 tragen zum Hormonstoffwechsel und zur Blutbildung bei.










