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Von Allergie bis Zöliakie - Jede:r vierte Österreicher:in ist allergisch!
MOREFAMILY / Gesundheit
Während die einen den wärmenden Sonnenstrahlen des Frühlings entgegenfiebern, kämpfen andere mit der damit einhergehenden Pollenbelastung. Was im Volksmund als Heuschnupfen abgetan wird, ist eine ernstzunehmende Allergie auf Pollen. „Der Heuschnupfen kann sich dramatisch von einem banalen Schnupfen zu einem späteren allergischen Asthma entwickeln. Das ist dann der sogenannte „allergische Marsch“, den es zu verhindern gilt. Diese Entwicklung gilt es frühzeitig zu erkennen und durch eine entsprechende Therapie zu unterbinden“, weiß MR Dr. Rudolf Schmitzberger, Kinderfacharzt in Wien.
Allergien sind vererbbar
Schmitzberger appelliert an alle Eltern: „Viele Kinder leiden sehr, sehr lange unter einem chronischen Schnupfen, der oft falsch als Kindergarteninfekt verstanden wird, was natürlich manchmal überlappend ist in der kalten Jahreszeit. Aber: Bitte denken Sie an eine Allergie und lassen Sie rechtzeitig eine Allergietestung durchführen!“
Vor allem, wenn ein Elternteil oder gar beide Eltern nachgewiesene Allergiker sind, ist die Bereitschaft vom Immunsystems des Kindes wesentlich mehr vorgeprägt, dass es selber Allergien oder Asthma entwickelt. Außerdem belegen klare Dokumentationen, dass Kinder, die Passivrauch ausgesetzt sind, ein wesentlich höheres Risiko haben, später eine Allergie oder sogar Asthma zu entwickeln.
Kuhmilch, Hühnerei und Nüsse
Bis zu acht Prozent der Kinder leiden an einer Allergie gegen bestimmte Nahrungsmittel, Tendenz steigend. „Nahrungsmittel-Allergien im Kindesalter nehmen weiter zu“, bestätigt der Kinderarzt OA Dr. Isidor Huttegger, Leiter der Kinderallergie- und Kinderlungenambulanz an der Univ.-Klinik für Kinder- und Jugendheilkunde St. Johanns-Spital in Salzburg. „Im Säuglingsalter und bei Kindern bis sechs Jahren stehen Kuhmilch und Hühnerei im Vordergrund. Bis zum Schulalter werden diese Nahrungsmittel meist wieder vertragen. Immer mehr kommt es aber bereits früh zu Allergien auf Erd- und Baumnüsse wie Haselnuss, Walnuss und Cashewkerne. Bei Schulkindern und Jugendlichen sind vorwiegend Nüsse sowie auch Samen, Fisch und Meeresfrüchte für eine Nahrungsmittel-Allergie verantwortlich. Diese Allergien bleiben jedoch meist ein Leben lang bestehen.“
Für betroffene Kinder und deren Eltern bedeutet die Allergie eine tägliche Herausforderung: das Essen im Kindergarten, das Schulbuffet, jeder Restaurantbesuch oder Kindergeburtstag – ständig gilt es, potenziell enthaltene Allergene zu identifizieren und zu vermeiden. Denn bereits Spuren des Allergie-Auslösers, der mitunter auch versteckt sein kann, können zu schweren Reaktionen führen. Huttegger: „Die Beschwerden reichen von starkem Juckreiz, Rötungen und Nesselausschlag am ganzen Körper, Übelkeit und Erbrechen, starken Bauchschmerzen und erschwerter Atmung bis hin zu einem allergischen Schock.“
Die wichtigste therapeutische Möglichkeit ist, das Nahrungsmittel, das allergische Reaktionen auslöst, strikt vom Speiseplan zu streichen. „Damit das bestmöglich gelingt, ist eine Ernährungsberatung durch geschulte Diätologinnen notwendig“, rät der Kinderarzt. Neben der Elimination der jeweiligen Nahrungsmittel ist eine Säule der Therapie, die Betroffenen, deren Eltern und betreuenden Personen ausreichend zu schulen und mit Notfall-Medikamenten auszustatten.
Kinder müssen Allergie verstehen
Die Kinder müssen ihre Allergie, deren Auslöser und erste Warnzeichen einer allergischen Reaktion genau kennen und wissen, was zu tun ist. Es ist auch wichtig, dass die Kinder verstehen, warum sie manche Lebensmittel nicht essen dürfen. Vor allem bei kleineren Kindern ist es hilfreich, die Information in Geschichten zu packen. Bilderbücher, die mit einfühlsamen, altersgerechten Texten und ansprechenden Bildern das Thema ansprechen, helfen den Kindern, ihre Situation wahrzunehmen und besser zu verstehen. Ein gelungenes Beispiel dafür ist das Bilderbuch „Die roten Fünf“ von Autorin und Illustratorin Verena Herleth.
Allergie oder Unverträglichkeit?
Mythos, Mode-Erscheinung oder Wahrheit? Gibt es tatsächlich immer mehr Menschen, die gewisse Lebensmittel schlecht vertragen? Etwa jede:r Dritte vermutet, an einer Allergie gegen ein Nahrungsmittel zu leiden. Meist stecken jedoch andere, bedeutend harmlosere, Ursachen hinter den Beschwerden. Häufig auch nur ein gestiegenes Bewusstsein für gesunde Ernährung und damit verbunden eine erhöhte Aufmerksamkeit für vermeintlich schlechter verträgliches Essen.










