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Wenn Kinderaugen im Schulalltag viel leisten müssen

MOREFAMILY / Gesundheit

Lesen, Schreiben, Hausaufgaben und zwischendurch noch das Smartphone: Im Schulalltag sind Kinderaugen täglich gefordert. Gerade bei Kindern und Jugendlichen lohnt es sich deshalb, die Sehleistung im Blick zu behalten. Denn Kurzsichtigkeit kann bereits im Volksschulalter deutlich zunehmen. Eine mögliche Möglichkeit, einer fortschreitenden Kurzsichtigkeit entgegenzuwirken, sind sogenannte Ortho-K-Linsen.

Kind setzt Linse ein © Shutterstock
06.10.2026

Naharbeit gehört zum Schulalltag

Mit dem Schulstart beginnt für Kinder wieder ein Alltag, in dem die Augen einiges zu tun haben. Beim Lesen und Schreiben müssen sie sich über längere Zeit auf kurze Distanzen konzentrieren. Dazu kommen Hausaufgaben und die Nutzung von Smartphones, die ebenfalls viel Naharbeit erfordern.

Gerade bei Kindern kann sich eine Kurzsichtigkeit im Laufe der Schulzeit entwickeln oder verstärken. Laut Joseph Schauer, Augenoptikermeister und Optometrist, ist Kurzsichtigkeit bei Kindern die häufigste Augenerkrankung. Ab etwa sechs Jahren nimmt sie auffallend deutlich zu – daher wird auch von „Schulmyopie“ gesprochen.

Bei Kurzsichtigkeit ist der Augapfel meist zu lang. Das einfallende Licht wird dadurch nicht direkt auf der Netzhaut gebündelt, sondern davor. Die Folge: Dinge in der Ferne erscheinen unscharf.

Warum gutes Sehen in der Schule wichtig ist

Gutes Sehen spielt nicht nur beim Lesen von der Tafel eine Rolle. Auch beim Schreiben, Lernen, bei Hausaufgaben oder in der Freizeit müssen sich die Augen immer wieder an unterschiedliche Entfernungen anpassen.

Eine Veränderung der Sehleistung fällt Kindern dabei nicht unbedingt selbst auf. Gerade jüngere Kinder gewöhnen sich oft an eine zunehmende Unschärfe, ohne sie bewusst als Problem wahrzunehmen. Deshalb kann es sinnvoll sein, die Sehleistung regelmäßig überprüfen zu lassen – insbesondere dann, wenn Eltern Veränderungen beim Sehen bemerken.

Joseph Schauer
Joseph Schauer von Augenoptik Schauer© Augenoptik Schauer

Eine Möglichkeit bei Kurzsichtigkeit: Ortho-K-Linsen

Für Kinder und Jugendliche mit Kurzsichtigkeit können sogenannte Ortho-K-Linsen eine mögliche Option sein. Dabei handelt es sich um spezielle Kontaktlinsen, die während der Nacht getragen werden.

Während des Schlafens üben die Linsen einen sanften Druck auf die Hornhaut aus und verändern ihre Krümmung vorübergehend. Dadurch kann die Fehlsichtigkeit am nächsten Tag für etwa einen Tag ausgeglichen werden. Tagsüber können die Trägerinnen und Träger dadurch ohne Brille oder herkömmliche Kontaktlinsen scharf sehen.

Das kann insbesondere für aktive Kinder interessant sein: Beim Sport, im Schwimmbad oder bei anderen Freizeitaktivitäten kann es praktisch sein, tagsüber keine Brille tragen zu müssen.

Ortho-K-Linsen können neben Kurzsichtigkeit auch bei Weitsichtigkeit und Hornhautverkrümmung eingesetzt werden. Die Wirkung ist allerdings vorübergehend, weshalb die Linsen regelmäßig getragen werden müssen.

Können Ortho-K-Linsen Kurzsichtigkeit bremsen?

Bei Kindern und Jugendlichen geht es bei Ortho-K-Linsen nicht nur darum, tagsüber ohne Brille scharf sehen zu können. Sie können auch dazu beitragen, das Fortschreiten einer Kurzsichtigkeit zu verlangsamen. Studien zeigen, dass Ortho-K-Linsen zu den wirksamsten Möglichkeiten gehören, um eine zunehmende Kurzsichtigkeit bei Kindern zu bremsen.

Wichtig ist dabei: Ob Ortho-K-Linsen für ein Kind geeignet sind, muss fachärztlich abgeklärt werden. Nicht jedes Auge ist dafür geeignet. Die Linsen werden individuell angepasst und erfordern eine präzise Vermessung der Hornhaut. Auch regelmäßige Kontrollen sind notwendig, damit die Linsen optimal sitzen und die gewünschte Wirkung erzielen.

Ortho-K-Linsen
© Adobe Stock

Augen im Alltag entlasten

Unabhängig davon, ob ein Kind eine Brille, Kontaktlinsen oder andere Möglichkeiten zur Korrektur einer Fehlsichtigkeit benötigt: Ein bewusster Umgang mit der täglichen Bildschirm- und Naharbeit kann dabei helfen, die Augen nicht unnötig zu beanspruchen.

Gerade im Schulalltag kommen viele Tätigkeiten zusammen, bei denen der Blick über längere Zeit auf kurze Entfernungen gerichtet ist. Deshalb lohnt es sich, Veränderungen beim Sehen ernst zu nehmen und bei Unsicherheiten fachlichen Rat einzuholen.

Mehr Informationen rund ums Sehen und Hören

Wer sich näher mit dem Thema beschäftigen möchte, findet auf scharfsinn2.at Informationen und Tipps rund ums gute Sehen und Hören. Über einen österreichweiten Experten-Finder lassen sich außerdem Fachoptiker und Hörakustiker in der Nähe finden.

Link-Tipp: www.scharfsinn2.at

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