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Die Eineinhalbjährige, die Glück fand

MOREFAMILY / Porträt

„Glück ist, die Welt so zu gestalten, wie sie einem selbst gefällt.“

03.10.2023

Der Satz erinnert vielleicht an die Lebenseinstellung von Astrid Lindgrens Pippi Langstrumpf. Vielmehr ist er aber eine von zehn Lektionen, die Lena Kappe auf ihrer Reise gelernt hat. Einer Reise durch Europa, die ein vollständiges Ankommen im Mamasein als Ziel hervorbrachte.

Alles begann – wie so oft – mit der Liebe. Lena, die chaotische Nicht-Hausfrau, und Sebi, der Strukturierte, verliebten sich im Jugendalter ineinander, erlebten viele aufregende Reisen, gaben sich das Ja-Wort und standen vor der Entscheidung, Kinder zu bekommen. „Da könnt ihr dann nicht mehr so viel reisen“, war der allgemeine Tenor im Familien- und Bekanntenkreis. Tja, 2020 kam dann Töchterchen Ida zur Welt und in der ersten Woche nach dem letzten Corona-Lockdown ist die dreiköpfige Familie Kappe aus Wien losgereist. „Idas erste Hotelübernachtung war in Parndorf. Eigentlich total unspektakulär, aber irgendwie lustig“, erzählt Mama Lena. „Der Tapetenwechsel hat uns richtig gutgetan.“ Die Reiselust war wieder angefacht und so zog es sie in ihrer Karenz nach Griechenland, Portugal, in die Slowakei, Litauen, Italien, Spanien, Tschechien, Großbritannien und Finnland – mal zu dritt, mal als Mama-Tochter-Team.

Alleinreisen mit Kind

Auf die Frage, wie es ist, alleine mit Kind zu reisen, antwortet Lena Kappe: „Ich bin nicht alleine, ich reise ja mit Ida. Sie ist meine Freundin. Wir sind ein gutes Mama-Tochter-Team – ob zuhause oder auf Reisen macht für uns keinen Unterschied.“ Aber sie erwähnt dann doch, dass es eine große Portion Mut, starke Nerven und die Fähigkeit, auch mal entspannt loslassen zu können, braucht, um sich in solche Abenteuer zu stürzen.

»Glück ist, ins unbekannte Wasser zu springen und sich von den Wellen treiben zu lassen.«

Die größte Herausforderung sei es, mit Kind und Gepäck auf Reisen aufs Klo zu gehen, schildert uns die Jungmama
lachend. „Mein Mann ist Logistiker für einen metallverarbeitenden Betrieb und oft auf Dienstreisen unterwegs. Manchmal kommen Ida und ich mit, aber manchmal geht das eben nicht. Aber wir wollen in der Zwischenzeit auch etwas Tolles erleben, also ziehen wir los und sind dann richtig stolz auf uns, das zu zweit so gut zu schaffen“, erzählt Lena.

Die coolsten Jahre, die wir je hatten


„Idas Baby- und Kleinkindzeit auf Reisen waren wohl die besten Jahre, die wir bisher hatten.“ Entgegen aller Erwartungen anderer, haben die Eltern festgestellt: Reisen mit Kind geht. Und das noch dazu sehr gut. „Mit Kind verändert sich der Blick aufs Reisen und generell aufs Leben. Wir haben (wieder) gelernt, dass das Glück in den kleinen Momenten steckt.“

»Glück ist kostenlos, aber gerade deshalb unbezahlbar.«

Diese Eindrücke, Inspirationen und Erlebnisse auf der Reise ins Elternsein wollte Lena Kappe nicht verblassen – oder wie sie selbst sagt, in ihrem Chaos – lassen. Sie nahm sich ihren Mann als Vorbild und schaff te Struktur. Und diese Struktur kann sich nun lesen lassen. In ihrem Buch „Die Eineinhalbjährige, die Glück fand“ erzählt Lena von ihren Reisen mit Ida und beschreibt zehn Lektionen des Glücks, die sie in zehn Ländern Europas gelernt haben.

Es muss nicht die Ferne sein

Wenn Ida nicht gerade mit ihren Eltern in die Ferne reist, stehen Abenteuer trotzdem an der Tagesordnung. So hat sie etwa in ihren noch so jungen Babyjahren alle Wiener Stadtwanderwege – in der Trage sitzend – erwandert oder wurde im Fahrradsitz bis Bratislava geradelt. Das Gefühl bleibt Oft wird die Familie gefragt, warum sie mit so tollen Erlebnissen und Reisen nicht wartet, bis Ida in einem Alter ist, um sich später daran erinnern zu können. Da ist die Antwort klar: „Ida wird sich vielleicht nicht erinnern können, aber das gute Gefühl bleibt sicherlich in ihrem Herzen. Wir machen uns jetzt eine schöne Familienzeit, denn das ist das Wertvollste!“


Über Lena Kappe:

Lena Kappe, Jahrgang 1992, nennt trotz ihres jungen Alters bereits über fünfzig bereiste Länder, einen gutaussehenden Mann, eine sehr freche Tochter und einen blauen Pullover mit Füchsen ihr Eigen. Die studierte Kommunikationsmanagerin ist bekannt für ihre wirren Wortspiele, fuchsteufelswilden Flohmarktbummel und die Kunst, überall und nirgendwo zu sein. 2018 bewies der Sportmuffel als Fackelläuferin bei den olympischen Winterspielen in Pyeonchang eindrucksvoll, dass wirklich nichts unmöglich ist.

 

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